Eremit

Weibchen mit flachen Höckern
Männchen mit markanten Höckern

 

Wissenschaftlicher Name: Osmoderma eremita
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Blatthornkäfer (Scarabaeidae)
Unterfamilie: Rosenkäfer (Cetoniinae)

Gattung: Osmoderma
Art: Eremit

Größe: 23 bis 39 mm lang, 14 bis 19 mm breit

 


Der Eremit erhielt seinen Namen, weil er verborgen in Baumhöhlen lebt. Er ist sehr träge und fliegt in seinem Leben nicht mehr als ein bis zwei Kilometer. Das ist der Grund für seine geringe Ausbreitung. Sein zweiter Name, Juchtenkäfer, beschreibt ebenfalls eine typische Eigenschaft. Ausgewachsene Tiere verströmen einen deutlichen Geruch von Juchtenleder.

 

Merkmale:

Der Eremit gehört zu den großen Käfern und ist mit dem Maikäfer eng verwandt. Seine Erkennungsmerkmale sind eine dunkle Färbung mit einem schwach metallischen Schimmer. Kopf, Thorax und Flügeldecken sind verworren punktiert und teilweise gerunzelt.

Der Kopf besitzt einen Höcker, der bei den Männchen stark ausgeprägt und bei den Weibchen flach ist. Hinter den kurzen und plumpen zehngliedrigen Fühlern befinden sich halbkugelige große Facettenaugen. Der Brustschild ist leicht gewölbt, mit einer Längsfurche in der Mitte, die auf beiden Seiten von einem Wulst begrenzt ist. Furche und Wülste sind - wie auch die Höcker auf dem Kopfschild - bei den Männchen deutlicher ausgebildet als bei den Weibchen (Geschlechtsdimorphismus). Die Flügeldecken sind breit und haben deutlich ausgebildete Schultern.

 

Lebensweise:

Die Käfer leben in Baumhöhlen, die sie oftmals nie verlassen. Die Männchen verbreiten einen charakteristischen nach Juchtenleder oder Aprikose riechenden Duft, ein Sexuallockstoff, mit dem Sie die Weibchen auf bis zu 1000 Meter locken können.
Die Weibchen legen 20 bis 80 anfänglich trübweiße, dann gelbliche Eier in den Mulm der Baumhöhlen. Die Eier verdoppeln ihre Größe auf bis zu fünf Millimeter Durchmesser. Die Larven sind im ersten Stadium sechs Millimeter lang. Sie lebten in der Höhle und fressen den Mull der Höhlenwand. Dadurch vergrößert sich die Höhle. Nach drei bis vier Jahren verkleben die Larven im Herbst Mulm und Kotpellets zu einer nur innen ausgeglätteten Puppenwiege. Die Überwinterung erfolgt als Vorpuppe. Nach der Verpuppung im April/Mai schlüpft der Eremit im Mai/Juni. Flugaktiv werden die Tiere erst an Tagen mit Temperaturen von über 25° C. Man kann die Käfer dann auch auf Blüten antreffen, gewöhnlich nicht weiter als 200 Meter vom Brutbaum entfernt. Sie fliegen von Mai bis August, überwiegend aber im Juli. Die Männchen leben nur zwei bis drei Wochen, die Weibchen bis drei Monate lang. Eine Nahrungsaufnahme erfolgt dabei nur selten.

 

Vorkommen:

Die Art Osmoderma eremita kommt nur in Europa vor. In Deutschland ist der Käfer selten, jedoch noch überall verbreitet.
Die primären Lebensräume des Käfers sind Auwaldreste (Hart- und Weichholzaue) sowie Eichen- und Eichen-Hainbuchenwälder. Die Sekundärbiotope sind Friedhöfe, Parks, Alleen, Obstgärten. Die heute bekannten Fundorte sind isoliert. Das Interesses an diesem Käfer auf europäischer Ebene ist groß und somit sein Lebensraum gut dokumentiert. Auf der Webseite Eremit-Net  sollen in Zukunft alle aktuellen Daten veröffentlicht werden.

 

Nahrung:

Die Lebensräume der Käfer sind Baumhöhlen, die durch Mitwirkung von Schimmelpilzen braunfaulen Mulm (Schwarzer Mull) beinhalten. Die Larven ernähren sich von diesem feuchten Mull aus der Nähe der Höhlenwände und verzehren dabei auch das Mycel des Pilzes, von dem der Baum befallen ist. Somit verbessern sie möglicherweise die Lebensbedingungen des Brutbaumes.

 

Gefährdung und Schutz:

Eremiten gehören laut Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU (FFH-Richtlinie) zu den prioritären, also europaweit besonders zu schützenden Tierarten. In der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands wird die Art als 2 (stark gefährdet) gelistet.

So ist es ein Problem, wenn Laubbäume mit Höhlen als krank gedeutet und gefällt werden, die für Eremiten die Lebensgrundlage bilden. Europaweite Meldungen des Käfers belaufen sich (von 1990 bis 2005) auf lediglich 919 Fundorte.

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