© Jörg Hempel

Zitronenfalter

 


Wissenschaftlicher Name:
Gonepteryx rhamni
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Weißlinge (Pieridae)
Größe: 50 bis 55 Millimeter Flügelspannweite


Merkmale

Die Männchen-Falter haben intensiv zitronengelb und die Weibchen blass grünlich-weiß gefärbte Vorder- und Hinterflügel. Die Weibchen können wegen ihrer Färbung mit dem Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) verwechselt werden, jedoch durch die charakteristische Flügelform, die deutlich zugespitzen Flügelspitzen aller vier Flügel, unterschieden werden. Beide haben je einen orangen Augenfleck auf ihren Flügeloberseiten, die auf den Unterseiten bräunlich gefärbt sind. Die Flügeladern sind deutlich sichtbar. Auf der Oberseite des Körpers, am Flügelansatz, am Kopf und den Fühlern sind sie dunkelviolett gefärbt.
Die Raupen sind mattgrün gefärbt, zu den Seiten hin schwächer ausgeprägt. Die Beinchen sind mit einem tiefliegenden mattweißen Längsstreifen gezeichnet, der nach dem Prinzip der Gegenschattierung zur Tarnung dient.

 

Lebensraum:

Europa, die Türkei, Nordwest-Afrika und Zentralasien bis in die Mongolei werden von Zitronenfaltern poppuliert. Im äußersten Norden Europa, in England, Skandinavien und auf Kreta sind sie nicht anzutreffen. Je nach Temperatur kann man sie bis zu 2800 Metern sowohl in feuchten als auch in trockenen Gebieten, in Wäldern, Gebüschen nahe von Wäldern und auf sonnigen und grasbewachsenen oder felsigen Hängen mit kargem Strauchwuchs antreffen. Im Spreewald sind sie häufig anzutreffen.

 

© Harald Süpfle

Lebensweise und Nahrung der Raupen:

Die Zitronenfalter haben die höchste Lebenserwartung aller mitteleuropäischen Schmetterlinge, bis zu 12 Monaten. In Ruhe klappen die Falter ihre Flügel sofort zusammen, ein Grund die Flügelobersiete ganz selten beobachten zu können. Die Weibchen legen ihre Eier meist einzeln oder paarweise, seltener in Gruppen an die sich öffnenden Knospen ihrer Futterpflanzen.
Die Raupen sind auf der Mittelrippe der Blattoberseite perfekt getarnt. Die Blätter werden vom Rand nach innen abgefressen.
Die Verpuppung findet in waagerecht an Ästchen hängenden Gürtelpuppen statt, die zusätzlich mit einem feinen Faden befestigt sind.

 

Überwinterung:

Die Tiere überwintern als einzige mitteleuropäische Schmetterlingsart als Falter ohne Schutz, frei in der Vegetation auf Zweigen oder zwischen trockenem Laub auf dem Boden, sogar unter einer Schneedecke. Glycerin, Sorbit und Eiweißstoffen senken den Gefrierpunkt ihrer Körperflüssigkeiten so drastisch, dass sie Temperaturen von bis zu minus 20 Grad schadlos überstehen können. An warmen Wintertagen werden sie kurzzeitig aktiv. Mit der Eiablage, die im April stattfindet ist der Lebenszyklus des Zitronenfalters abgeschlossen.
Die Raupen ernähren sich von den Blättern des Faulbaum (Frangula alnus) und Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) und anderen Kreuzdornarten.

 

Flug- und Raupenzeiten:

Die Zitronenfalter fliegen in den gemäßigten Gebieten von Juni bis Juli in einer Generation pro Jahr und in wärmeren Gebieten manchmal auch in zwei bis drei Generationen von Mai bis Oktober. Falter die überwintert haben, sind in Europa schon ab März bis Mai zu finden. Die Raupen leben von Mai bis Juni.

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